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Gestrandet von Mary Bakker-Schoon
Unser diesjähriges Januarstück war ein komischer Thriller in drei Akten von Mary Bakker-Schoon. Schon der Bühnenaufbau war wieder eine neue Herausforderung, da wir
die Bühne mit rustikalen Holzbrettern in eine Hütte verwandelten.Einige Requisiten, wie Bett, Schrank Tisch und Stühle konnten wir uns netterweise vom „Brückenwirt – Wirt“
Erich Müller ausleihen, denn der hatte noch genau die passenden Möbel in einem der Zimmer in der Gaststätte gelagert. Sehr lustig sei zu erwähnen, dass als wir die Möbel holen wollten, das
vermeintlich leere Zimmer von einem uns unbekannten Herrn bewohnt wurde, der eigentlich recht gefasst war als wir zu siebt anrückten und ihm sein Mobiliar wegnehmen wollten. Da er Mann das
Zimmer wohl noch einige Tage angemietet hatte, ließen wir ihm natürlich seine paar Möbel und probten die erste Zeit ohne Bett! Aber nun zum Stück…
Die Freundinnen Marianne (Gisela Wallner) und Christa (Susi Pilz ) machen mit ihren Schwestern; Lisa (Evi Janker) und Rosi (Sonja Bahner), einen
Wochenendausflug. Sie wollen zu einem Auftritt der „Chippendales“ Doch auf dem Weg dahin, verfahren sie sich und bleiben mit einem defekten Auto in einer abgelegenen Gegend liegen. Sie
suchen Hilfe und Unterschlupf bei dem Bauern Gerhard (Robert Hamberger) . Der ist über den Besuch nicht begeistert, ist dann aber einverstanden, die Frauen bis zum nächsten Morgen
aufzunehmen. Wir losten aus Platzmangel aus wer wo nächtigt und Rosi und Lisa durften im Bett schlafen, Marianne auf zwei Stühlen und die arme Christa musste auf einem Tisch liegen, was ihr
auch einige blaue Flecken einbrachte. Erwähnt sei auch der tellergroße blaue Fleck, den sich Sonja bei den Proben zuzog. In der Nacht findet Rosi unter dem Bett einen Koffer mit Knochen. Sehr
unheimlich aber lustig wie Marianne mit einem Schienbeinknochen mit Fuss dran umherwedelte. Sind es menschliche Knochen? Ist der mürrische Bauer etwa ein Mörder? Am nächsten Morgen wollen die Frauen ganz schnell wieder abreisen, doch Gerhardt erzählt ihnen, dass er ihr Auto schon zur Werkstatt
geschleppt hätte und die Reparatur noch einen Tag dauern würde. Er ist freundlicher, als am Abend zuvor und lädt sie ein, noch zu bleiben. Dann tauchen auch noch Paul (Herbert
Froschauer), ein Wilderer und Metz (Klaus Wallner), ein Arzt bei Gerhardt auf. Metz verhandelt mit Gerhardt über die Bezahlung von Organen, 4 Herzen und acht Nieren, dabei werden sie von den
Frauen belauscht, die Ihren Ohren kaum trauen können. Die Freundinnen sind sich sicher, dass sie es mit Organhändlern zu tun haben und ihr Leben in Gefahr ist. Marianne aber hat einen Plan:
Sie will, dass ihre Schwester Lisa, die bislang noch keinen Mann gefunden hat, sich an Paul ranmacht. Die weigert sich aber strikt und man entscheidet sich für Rosi.Eine unheimlich nette
Szene wie Rosi unbeholfen versucht, diesen rauen Klotz Paul anzumachen. In ihrer Hilflosigkeit zieht sie alle Register aber Paul bleibt „hart wie Granit“. Als dann auch noch Marianne in
der Scheune ihr Auto, verborgen unter Heu, entdeckt, Christa verschwindet und Gerhardt mit einem blutigen Messer in der Tür erscheint, sieht es so aus, als ob das Schicksal der Frauen
besiegelt wäre. Sehr mutig ließ sich Sonja Bahner ohnmächtig in die Arme von Evi Janker fallen. Aber noch geben sich die vier Damen nicht geschlagen. Nach mehreren
Turbulenzen wird der ahnungslose Arzt Metz auf einen Stuhl gefesselt und geknebelt, der Bauer und der Wilderer in die Küche eingesperrt. Denen gelingt aber die Flucht. Doch
Krankenschwester Marianne hat einen weiteren Plan: In der Tasche des Arztes befanden sich Spritzen und ein Narkotikum…Sie zieht die Spritzen auf, gibt Rosi und Lisa eine und als die
drei Männer gerade erklären wollten, was sie mit den Organen machen, überwältigen die Damen sie und setzen sie außer Gefecht.
Nach einigen Versprechern gelang es Gisela Wallner auch das zungenbrecherische Wort „Milliliter“ flüssig auszusprechen.Die Damen wühlen in der Tasche des
Arztes und stellen fest: Es handelt sich nicht um eine Bande von Organhändlern, sondern der Arzt ist Tierarzt. Mit einem Abendessen wollen die vier ihr Missgeschick wieder gutmachen und dank
unserer Inspizienz ( Katja Froschauer) gelang es uns auch, schnöde gekaufte Fleischpflanzerl und Aldi-Kartoffelsalat wie ein selbst gekochtes Festmahl aussehen zu lassen.Nachdem die Herren
erwachten und noch etwas belämmert waren, mussten sie von Rosi, Marianne und Lisa gefüttert werden. Eins war schon bei den Proben sicher…Hunger hatten die drei Herren anschließend
nicht mehr! Alles klärte sich auf, der Bauer und der Wilderer waren im Grunde zwei harmlose Burschen die Füchse jagten und der schlaue Tierarzt implantierte deren Herzen und Nieren in kranke
Hunde. Dieses Stück war auch eine Herausforderung an die Souffleuse Maria Rinderer, denn vor allem Evi Janker verwechselte manchmal den Text „ein bisschen“! Außerdem muss man auch
wieder Kurt Bahner lobend hervorheben, denn Dank seiner Technik gelang es eine teils unheimliche Geräuschkulisse zu schaffen, er ließ Eulen rufen und Wölfe heulen und sorgte auch dafür, dass
im richtigen Moment auf der Bühne das Licht an und aus ging.
Nachdem sich alles geklärt hatte und die Zuschauer schon dachten unser Stück wäre aus, kam der eigentliche optische
Höhepunkt: Klaus Wallner, Robert Hamberger und Herbert Froschauer kamen mit weißen langen Unterhosen und Trägerunterhemden bekleidet (schrecklich..) und strippten auf den Song „You can
leave your head on..“!
Gott sei Dank schloss sich der Vorhang bevor die Hüllen fielen…!
Unser Publikum war gespannt bis zur letzten Minute und stellte fest, dass wir nicht nur lustiges Bauerntheater spielen können.
Eure Evi Janker
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