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Verwirrspiel aus Eifersucht und Hass Knisternde "Studie in moll" auf Bayerisch
Pullach - Ein einsames Haus in den Bergen, ein Schuss, eine leblos im Abgrund liegende Gestalt, eine abgefeuerte Pistole. Das zusammen
mit einer angekündigten Scheidung aus Eifersucht und einer um Vertuschung bemühten Geliebten sind die Zutaten für einen Krimicocktail, den die Theatergruppe "Lampenfieber" derzeit im Pullacher Brückenwirt
präsentiert. Als bayerisches Volkstheater lassen es sich die Schauspieler nicht nehmen, das ursprünglich englische Stück "Studie in moll" von William Dinner in bayerischer Mundart aufzuführen. Das tut der
spannenden Geschichte allerdings keinen Abbruch. Schließlich ist ein Schuss immer noch ein Schuss. Verdacht und Bedrohung sind immer noch unheimlich genug, zumal die Handlung bis zuletzt undurchsichtig bleibt und
den Krimifreund zu fesseln vermag
Maria Schuhmann will sich von ihrem Mann Horst scheiden lassen. Der hat nämlich eine Geliebte. Nach ihrem Spanienurlaub will sie die
Drohung eines Scheidungsprozesses in die Tat umsetzen. Dessen Geliebte Eva fürchtet um die Konsequenzen. Doch die Gattin bleibt hart. Als die drei im Berghaus von Maria Schuhmann zusammentreffen, kommt es zu einem
Unglück: Ein Schuss fällt. Eva berichtet ihrem entsetzten Geliebten verstört, wie sie die Gattin in eine Schlucht gestoßen habe, nachdem diese auf sie die Pistole abgefeuert hatte. Keiner von beiden traut sich, in
der Schlucht nachzusehen. Dann taucht die Schriftstellerin Forster auf. An diese hat Frau Schuhmann das Haus für die Zeit ihres Urlaubs vermietet. Sie erwähnt, dass ihre Schwester eigentlich schon da sein müsste.
Dem Pärchen kommt der Verdacht, dass dort in der Schlucht vielleicht die Schwester der Schriftstellerin liegen könnte. Da kommen dem verzweifelten Schuhmann so manche Gedanken.
Und einige davon sind mörderisch. Die Lage spitzt sich noch zu, als ein Polizeikommissar auf seinem Angelausflug auftaucht. Keiner weiß,
was wirklich geschah. Keiner will etwas preisgeben. Der Theatergruppe gelingt es, eine dichte Atmosphäre stückweise aufzubauen. Der bayerische Dialekt unterstützt den Effekt sogar noch. Auf diese Weise wirkt alles
viel näher und nachvollziehbarer, als wenn im druckreifen Neuhochdeutsch Figuren mit englischen Namen auf der Bühne agieren würden. So aber scheint dieses spannende Verwirrspiel um Verdacht, Unsicherheit und
Mordgedanken direkt aus dem Leben geholt zu sein.
Die überzeugende schauspielerische Darstellung tut ihr Übriges, um den Krimiabend perfekt zu machen. Besonders Sonja Bahner als
verstörte, verängstigte Mörderin weiß ebenso zu überzeugen wie Klaus Wallner. Dieser spielt den vollkommen verschreckten Ehemann - einen schüchternen Kinderbuchautor, der immer stärker Mordgedanken in sich trägt -
lebendig und vertraut. Er ist der kleine Mann, der aus Angst und Verzweiflung zum Verbrecher werden kann. Doch wie sich das Verwirrspiel auflöst, erlebt der Theaterliebhaber am besten selbst. Sascha Bernhardt
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